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Urbane Diskriminierung

urban discrimination

Wem gehört der öffentliche Raum?

„Die Stadt hat eine symbolische Dimension; die Monumente, aber auch die Leerflächen, Plätze und Prachtstraßen, symbolisieren den Kosmos, die Welt, die Gesellschaft oder einfach den Staat.“ Henri Lefebvre, Das Recht auf Stadt

Sichtbare Zeichen im öffentlichen Stadtraum spiegeln monoperspektivische Sichtweisen wider: Rassistische Monumente, kolonialistische Straßennamen, sexistische Werbetafeln und bauliche Barrieren. Wir durchqueren die Stadt auf der Suche nach Diskriminierungen, die durch den öffentlichen Raum bedingt sind.

Welche Gruppen werden im öffentlichen Raum ausgeschlossen? Aus welchen Perspektiven erzählt der Stadtraum Geschichte(n)? Welche Perspektiven nehmen wir dabei ein? 

Der Kurs ist offen für alle interessierte Studierende und knüpft thematisch an das letzte Semester an: Im Seminar “Künstliche Diskriminierung” beschäftigten wir uns mit algorithmischen Vorurteilen und Ausgrenzungen. Es entstanden Interventionen im öffentlichen Raum, die ein Bewusstsein schaffen für latente Diskriminierungen und durch Interaktionen empowern. “Urbane Diskriminierung” greift die Frage einer vorurteilsfreien Zukunft erneut auf und erforscht sie im Stadtraum.

Wir erfinden gemeinsam hybride Gestaltungsmethoden und platzieren sie im öffentlichen Raum. Dazu werden wir uns sowohl handwerkliche als auch digitale Skills aneignen: Ob digital-analoge Skulpturen, erweiternde mehrdimensionale Räume, lokal-globale Protestformen, menschgewordene Maschinen oder datengesteuerte Monumente. In “Urbane Diskriminierung” gehen wir über unsere sowie die Grenzen des öffentlichen Raumes hinaus.

Der Kurs bietet die Chance, die entstandenen Projekte im Rahmen des offenen Wettbewerbs zur Neu-Kontextualisierung des Bismarck Denkmals im Alten Elbpark einzureichen. Ausschreibung Ende 2021 / Anfang 2022 – Weitere Informationen unter: https://www.hamburg.de/bkm/koloniales-erbe/15307370/bismarck-denkmal-workshop/

 +++ Wir empfehlen die parallele Teilnahme an dem Theorieseminar von Joachim Baur. +++

Kooperationen:
– Imagine the City (angefragt)
– Beteiligungsprozess Bismarck Denkmal 

Vorträge und Workshops (angefragt): 
 – Denkmalschutzamt
 – Expert*in Unity (Einführung)
 – Forschungsstelle Hamburgs (post-)koloniales Erbe/Hamburg und die frühe Globalisierung, Universität Hamburg

Offene Werkstätten (angefragt): 
 – Fablab St. Pauli
 – Holz und Metallwerkstatt Haus Drei e.V.
 – Honigfabrik

Ausstellungsorte (angefragt):
 – HafenCity, Imagine the City
 – Unterkellerung Bismarck Denkmal
 – Eimsbüttel, Kulturverein Eims

Literatur
Der lange Schatten der Vergangenheit – Aleida Assmann
Das Recht auf Stadt – Henri Lefebvre
Öffentliche Kunst als Denkmalkritik – Herbert Jochmann
https://www.qiio.de/die-diskriminierende-stadt/

Anmerkung

Kursvorstellung und Einschreibung am Donnerstag, 21.10 um 10:00 Uhr via ZOOM: https://haw-hamburg.zoom.us/j/93562835716

Der Kurs findet Donnerstags von 10:00 bis 13:00 Uhr sowie nach Vereinbarung statt.