HAW HAMBURG Department Design
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Das Franzbrötchen aus der Hölle

Leider werden keine Teilnehmenden mehr aufgenommen, der Kurs läuft wegen der gegebenen Ausstellungslaufzeit schon seit August.

Mit der Ausstellung Heimaten. Eine Ausstellung und Umfrage widmet sich das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) einem Thema, das so kontrovers diskutiert wird wie kaum ein anderes. Nur wenige Begriffe sind emotional so aufgeladen, politisch wie kommerziell so instrumentalisiert, sentimental so besetzt und so subjektiv wie dieser. Die eine, für alle Menschen gleichermaßen gültige Definition von Heimat gibt es nicht. Nicht nur darum trägt die Ausstellung den Titel Heimaten, einen Plural, der im alltäglichen Sprachgebrauch noch ungewohnt, aber in seiner Bedeutung dringend notwendig ist. Ausgehend von dieser Annahme ist die Ausstellung Heimaten von Grund auf offen, partizipativ und vieldeutig angelegt.

Die Kurator:innen Michael Annoff und Nuray Demir begleiten die Laufzeit vom 11. Juni 2021 bis 9. Januar 2022 mit einer Reihe performativer Projekte. Gemeinsam mit Prof. Stefan Stefanescu und Jan Vincent Dufke lehren sie im kommenden Semester einen Designkurs, der mit einer kurzen Summer School im August und im September startet. Es entstehen experimentelle Formate, die im Museum und digital ausgestellt werden. Gestartet wird mit einem offenen Rechercheprozess, der von den Heimatgefühlen der Teilnehmenden ausgeht: Dabei geht es aber nicht nur um Landungsbrückenromantik und St.-Pauli-Kitsch in der angeblich schönsten Stadt der Welt. Heimat kann auch ein Ort sein, von dem wir weglaufen wollen – ein Albtraum. 

Bei der Summer School an den zwei Blockterminen erkunden und diskutieren wir, was Heimat für uns ausmacht und welche Heimat-Mythen durch Hamburg geistern. Im Wintersemester setzen wir unsere Positionen in konkrete (Design-)Projekte um. Diese können sowohl künstlerisch als auch angewandt sein und beschränken sich auf kein spezifisches Medium. Im Zentrum steht die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema und eine Teilnahme an der Ausstellung Heimaten: Zur Finissage im Januar werden wir einen Raum im Museum mit unseren Projekten bespielen und gestalten.

Für die studentischen Projekte stellt das Museum Mittel zur Verfügung. 

Michael Annoff arbeitet ethnographisch, kuratorisch und vermittelnd. Nach dem Studium der Volkskunde/ Kulturanthropologie war Michael an der Graduiertenschule der Universität der Künste Berlin tätig und lehrte dort im Studium Generale. Seit 2016 Akademische Mitarbeit für Kultur & Vermittlung im Studiengang Kulturarbeit der Fachhochschule Potsdam.

Nuray Demir arbeitet künstlerisch, kuratorisch und choreographisch in den visuellen und performativen Künsten. Nach dem Studium der Freien Kunst realisierte Nuray Projekte auf Kampnagel, in den Sophiensaelen und dem Hebbel am Ufer in Berlin sowie bei den Wiener Festwochen. Seit 2019 ist sie Teil der künstlerischen Leitung von District*Schule ohne Zentrum Berlin.

Seit 2018 dokumentieren Michael und Nuray das immaterielle Erbe der postmigrantischen Gesellschaft: https://keinschoenerarchiv.xyz/  Dafür arbeiten sie mit Museen, Ausstellungshäusern und Performance Spaces wie dem Haus der Kulturen der Welt in Berlin zusammen. Zuletzt realisierten Sie dort mit dem HAU Hebbel am Ufer „Kein schöner Archiv: Zucht & Ordnung“.

Anmerkung

Dieser Kurs ist ein KoDe-Kurs, aber auch Illu- und MoKoTex-Studierende sind willkommen.

Summer-School-Termine: 
23. bis 25. August und 21. bis 23. September 2021

Kursvorstellung per Zoom am Donnerstag, 8. Juli. 16:30 sowie etwaige online-Termine unter https://haw-hamburg.zoom.us/j/93929516805, Meeting-ID 939 2951 6805