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Buch / Typografie: Listen to the Choir

Listen to the choir

„Remember how easy it is to write a version of history – a kind of fiction – that reproduces someone’s blind spots and then, through repetition, becomes fact. (…) Remember how easy it is to not hear the words of choirs and masses, because they speak over and through each other. Annoying, too loud, too messy.“ (Sara Kaaman, Glossary of Undisciplined Design)

Die Designgeschichte, die uns seit Jahrzehnten erzählt wird, ist voller blinder Flecken. Auch an Hochschulen wird sich oft auf die einseitige Geschichte berufen, die Narrative männlicher, vor allem weißer „Gestalter-Genies“, werden weitergegeben und so zum Teil eines sich „Kanons“. Stereotype werden geschaffen und reproduziert. Grafikdesigner*innen abseits dieses Stereotyps passen häufig nicht in diese Erzählungen. Viele erfolgreich arbeitende weibliche Grafikdesignerinnen wurden in der Geschichte einfach vergessen, Designer*innen mit Migrationshintergrund ausgelassen.
Grafikdesign sollte so vielstimmig und divers sein wie die Gesellschaft, die wir durch unsere Arbeit repräsentieren. Wir werden gemeinsam Vorbilder hinterfragen und uns auf die Suche nach neuen machen. Wer entscheidet, wer Teil der Designgeschichte wird? Wie könnte eine Zukunft der Designgeschichte aussehen? Mit welchen Mitteln können wir dazu beitragen, den üblichen Kanon zu demontieren, zu erweitern, vielleicht sogar über Bord zu werfen? 
Wir wollen uns diesen Fragen nicht nur theoretisch nähern, sondern erforschen auch intensiv Grafikdesign mit besonderem Fokus auf Print. Welche Formen haben Designmonografien? Kann ein Layout diskriminierend sein? Gibt es eine bestimmte Typografie, die besonders dominant ist? Gibt es alternativen Publikationsformen? Sind Printprodukte politisch?
Wir setzen uns kritische Positionen zur Designgeschichte und -gegenwart und vielleicht auch einer möglichen Zukunft auseinander. Dabei schauen wir auch über die Grenzen unserer Disziplin hinaus. Es werden Texte gelesen, Designartefakte untersucht, verschiedene Gäste in den Kurs eingeladen und die grafische Sammlung des Museums für Kunst und Gewerbe besucht.
Der Kurs besteht aus verschiedenen Teilen: der gemeinsamen Lektüre und Diskussion, der Auseinandersetzung mit verschiedenen Designpositionen und der Entwicklung eines Konzepts für eine eigene Designarbeit. Ziel des Kurses ist die Entstehung von einer oder mehreren gedruckten Publikationen zu dem Themenbereich. Dabei ist sowohl das individuelle als auch das kollektive Arbeiten möglich.

Eine Auswahl möglicher Literatur:
Julia Meer, Gerda Breuer: Women in Graphic Design
Ece Canli: Design History Interrupted – A Queer-Feminist Perspective
Anja Kaiser, Rebecca Stephany: Glossary of Undisciplined Design
Maryam Fanni, Sara Kaaman, Matilda Flodmark: The Natural Enemies of Books: A Messy History of Women in Printing and Typography
Miriam Cahn: Das zornige Schreiben

Anmerkung

Der Kurs wird gemeinsam mit dem im Anschluss stattfindenden Laborkurs “Ooops I GRID it again“ von Jan Vincent Dufke angeboten. Der Kurs wird wenn möglich vorrangig in Präsenz stattfinden.

* Masterstudierende müssen nicht zwingend am Laborkurs teilnehmen.

Gemeinsame Vorstellung und Einschreibung von Labor- und Design-Kurs: Am 21.10. um 10 Uhr per Zoom unter folgendem Link statt. Die Einschreibung erfolgt im Anschluss per Liste.

*Kurszeiten: 9.00–13.00


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Wir bitten unbedingt › diese Hinweise zu beachten, um eine entspannte und gerechte Einschreibung zu gewährleisten