HAW HAMBURG Department Design
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Interface of Things (Design)

In den letzten Jahrzehnten entstand eine völlig neue Infrastruktur der Kommunikation und Koordination. Unser alltägliches Leben verlagert sich zunehmend in (semi-)digitale Wahrnehmungsräume. In grauer Vorzeit war jedem Menschen sowohl die Funktion als auch die Struktur seiner Werkzeuge bekannt. Durch fortschreitende Arbeitsteilung gingen die individuellen Kenntnisse so weit zurück, dass es uns heute nicht nur unmöglich ist die Konstruktion unserer Werkzeuge zu kennen, sondern vor allem ist es unnötig geworden.

Der Begriff Schnittstelle (Interface) stammt ursprünglich aus der Naturwissenschaft. Er bezeichnet die physikalische Grenze zweier sich gegenseitig beeinflussender Zustände eines Mediums. Wir benutzen Interfaces in unserem Alltag zur Bedienung von smarten Geräten, an deren (Benutzer-)Oberflächen wir Funktionen ausführen, von denen wir nicht wissen, wie sie funktionieren – das Interface als Black Box. Internet, AR, VR, Smartphone, Smartwatch, Smarteverything! We don’t care how it works, do we?

Das Graphical User Interface (GUI) ist die Schnittstelle zur digitalen Möglichkeit. Aber wie gehen wir als Gestalter:innen damit um, dass wir digitale Apparate bedienen, deren Algorithmen wir nicht kennen (müssen)? Wir wollen im Sommersemester 2021 das Potential (typo)grafischer Interfaces untersuchen und ihre Hintergründe, Lesbarkeit, Wahrheitsgehalt und ästhetische Implikationen hinterfragen. Können wir (semi-)digitale Grafik entwerfen ohne uns zu unterwerfen? Wenn ja: wie gehen wir damit um? Wenn nein: wie gehen wir damit um? Lesen wir unsere Interfaces oder lesen unsere Interfaces uns? Wie steht es eigentlich um die Zukunft von Print? Sollten Virtual- und Augmented Reality klassische Medien erweitern? Welche Typografie braucht Digitalität? Wie viel Technologie braucht Realität und wie viel Realität braucht Technologie?

In diesem Kurs gibt es viele Fragen und keine medialen Grenzen. Es können digital erweiterte Printprodukte, Websites, Apps (AR- und VR-Umgebungen) entstehen, mit dem Ziel (typo)grafische Zukunftsvisionen für Interfaces zu entwickeln. Fiktionale, erweiterte, mögliche und unmögliche Typografie.

Anmerkung

Für die Einschreibung und Kursvorstellung am Donnerstag (!), 1. April, um 9.30 Uhr (gleichzeitig zum dazugehörigen Laborkurs von Benedikt Rottstegge) – bitte für dieses Zoom Meeting registrieren.

Der Kurs wird im Bundle mit dem Laborkurs ‹Interface of Things (Labor)› von Benedikt Rottstegge (FR 14:30) angeboten. Für den Besuch des Designkurses ist die Teilnahme am dazugehörigen Laborkurs verpflichtend.


Wir bitten, unbedingt diese Hinweise zu beachten, um eine entspannte und gerechte Einschreibung zu gewährleisten!

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While the course will mainly be held in German, direct consultations are being offered in English and German